Einblicke in Orte, wo Türen sonst verschlossen sind.


Meine Leidenschaft fürs Zeichnen entdeckte ich schon im Kindergarten.

Lieber griff ich zum Stift als zu den Stelzen. Nach dem Vorkursjahr an der Schule für Gestaltung in Bern war klar, ich will Grafikerin werden. In einem kleinen Atelier in Hinterkappelen, unweit von Bern, durfte ich meine Lehrjahre verbringen. Ich besuchte verschiedene Abendkurse im Portrait- und Aktzeichnen. Der Mensch zog schon damals mein Interesse auf sich - ich versuchte auf Papier zu bringen, was meine Augen sahen.

Als Grafikerin arbeite ich noch heute. Seit 2005 gestalte ich im Studio Bundeshaus der SRG TV-Grafiken für tagesaktuelle News-Beiträge. Manchmal sind es einfache Balkengrafiken, oft aber auch Animationen,
in denen dem Zuschauer komplizierte Sachverhalte erklärt werden müssen. Durch diesen Job kam ich zum Gerichtszeichnen. Schon mein Vorgänger, der bekannte Cortoonist Hörmen Schmutz, sass bei Gerichtsfällen von nationalem Interesse im Gerichtssaal. Leider ist er verstorben. Wenn ich heute im Gerichtssal in meine Arbeit versunken bin, denke ich oft an ihn. Durch meine Arbeit erhält das Fernsehen Bilder aus dem Gerichtssaal, denn zum Schutz der Persönlichkeitsrechte der beteiligten Personen sind Bild- und Tonaufnahmen im Gerichtssaal nicht erlaubt.

 

Für mich ist es extrem spannend, Menschen zu erleben und Geschichten zu erfahren, die sonst hinter verschlossenen Türen versteckt bleiben.